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Schizophrenie & Angehörige – Die Quelle der Motivation

Nicht in Frage stellen

Der Umgang mit schizophrenen Symptomen kann deprimierend sein. Sie sollten darauf achten, die Überzeugungen Ihres Angehörigen nicht in Frage zu stellen, sondern erklären, dass Sie die Dinge nicht so sehen, aber verstehen, dass sich die Situation für ihn anders darstellen mag.

Mehr Informationen über Schizophrenie finden Sie in unserem Abschnitt Über Schizophrenie.

Besprechen Sie gemeinsam,

  1. was Ihr Angehöriger durch die Behandlung erreichen möchte.
  2. welche Therapieoptionen zur Verfügung stehen und welche die beste für Ihren Angehörigen ist.
  3. wie Sie mit dem Betreuungsteam am besten zusammenarbeiten, um den größtmöglichen Therapieerfolg zu erzielen.
  4. wie Sie den Fortschritt überprüfen, um den Nutzen der Behandlung gegebenenfalls zu optimieren.

Eine Quelle der Motivation sein

Wenn Sie einem Patienten mit Schizophrenie nahestehen, können Sie eine Rolle spielen, indem Sie ihn unterstützen, seine Medikamente einzunehmen. Ihre Ermutigung ist wirklich wichtig, um ihm zu helfen, die Medikamente als wichtigen Teil der Genesung zu sehen, da das Aussetzen der Einnahme oder die unregelmäßige Einnahme der Medikamente die häufigste Rückfallursache ist.

Schizophrenie & Angehörige – Die positive Haltung ist entscheidend

 

 

 

 

 

 

 

Die Anzeichen und Symptome erkennen

Für Menschen mit Schizophrenie ist es manchmal schwierig, zu erkennen, wenn sie krank werden. Indem man den Patienten fragt, was er von seinen Medikamenten hält und ob er Nebenwirkungen wahrnimmt, kann man leichter herausfinden, ob etwas nicht in Ordnung ist. Wenn er Ihnen erzählt, dass er mit seiner Behandlung zu kämpfen hat oder wenn Sie beginnen, Symptome festzustellen, ermutigen Sie ihn, mit seinem Betreuungsteam zu sprechen. Warnzeichen sind u. a.:

  • Weniger schlafen und essen und sich weigern, aus dem Bett aufzustehen
  • Unfähigkeit, sich zu konzentrieren
  • Ungewöhnliche Ideen oder merkwürdige Verwendung von Wörtern
  • Mangelhafte Körperpflege
  • Sozialer Rückzug
  • Fehlendes Interesse und Motivation bei alltäglichen Aktivitäten

Es ist wichtig, für den Fall des Auftretens einer psychotischen Episode vorbereitet zu sein. Bleiben Sie ruhig, wenn der Fall eintritt, verringern Sie die Zahl der Ablenkungen im Raum und bedenken Sie, dass Ihr Freund oder Familienmitglied vor seinen eigenen Gefühlen oder vor dem Verlust der Kontrolle Angst haben könnte. Sie sollten sobald wie möglich professionelle Hilfe aufsuchen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie eine Liste von Telefonnummern und Adressen für den Notfall, einschließlich der wichtigen Kontakte des Betreuungsteams haben.

Eine positive Haltung einnehmen

Wie für jeden anderen auch, ist es für Menschen mit Schizophrenie wichtig, zu wissen, wenn sie ihre Sache gut machen. Eine positive Haltung kann sehr viel wirksamer sein, als das Verhalten und Handeln zu kritisieren. Offen über ihre Erkrankung und Sorgen zu sprechen, kann den Patienten auch helfen, sich respektiert und wertgeschätzt zu fühlen.

Antworten auf Ihre Fragen

Kann Schizophrenie geheilt werden?

Derzeit ist eine dauerhafte Heilung der Schizophrenie nicht möglich. Dank der verfügbaren Behandlungen können jedoch die Symptome unter Kontrolle gehalten und den Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglicht werden. Die Behandlung der Schizophrenie kann für einen langen Zeitraum, möglicherweise sogar lebenslang, erforderlich sein.

Was kann eine Behandlung mit Antipsychotika leisten?

Die Behandlung mit Antipsychotika ist ein Weg, um die Symptome der Schizophrenie zu verringern. Zusätzlich zur Symptomlinderung können die Medikamente dazu beitragen, den Krankheitsverlauf zu stabilisieren, vorausgesetzt die Arzneimittel werden regelmäßig und wie vom Arzt verordnet eingenommen. Patienten haben eine weitaus höhere Chance auf eine dauerhafte Stabilisierung und ein Leben ohne Krankenhausaufenthalte, wenn sie ihre antipsychotischen Arzneimittel wie verordnet einnehmen. Die medikamentöse Behandlung kann Menschen mit Schizophrenie helfen, wieder ein normales Leben zu führen.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung der Arzneimittel einsetzt?

Patienten, die antipsychotische Arzneimittel einnehmen, sprechen unterschiedlich auf die Behandlung an. Bei oral verabreichten Arzneimitteln sollte jedoch innerhalb weniger Tage eine stabile und wirksame Konzentration erreicht sein. Bei injizierbaren Arzneimitteln zeigt die erste Injektion keine unmittelbare Wirkung. Es kann eine gewisse Zeit (oftmals einige Wochen) dauern, bis eine stabile und wirksame Arzneimittelkonzentration erreicht wird. Neuere injizierbare Arzneimittel können jedoch einen rascheren Wirkeintritt bieten. Bei manchen injizierbaren Arzneimitteln ist zusätzlich die orale Verabreichung von Arzneimitteln erforderlich, bis die Injektion zu einer ausreichenden Wirkstoffkonzentration geführt hat.

Wie lange muss die medikamentöse Behandlung fortgesetzt werden?

Es ist äußerst wichtig, dass die Arzneimittel regelmäßig und ohne Unterbrechung eingenommen werden (nach Anweisung des Arztes), um die Symptome unter Kontrolle zu halten und eine Rückkehr der Erkrankung (Rückfall) oder eine Verschlechterung der Symptome zu verhindern. Menschen mit Schizophrenie müssen die Arzneimittel oftmals auch dann einnehmen, wenn sie sich besser fühlen, um diesen verbesserten Zustand aufrecht zu erhalten. In vielen Fällen müssen Patienten die antipsychotischen Arzneimittel für sehr lange Zeit, manchmal für den Rest ihres Lebens einnehmen.

Hat die Behandlung Nebenwirkungen?

Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben; diese sind jedoch in der Regel steuerbar. Gewichtszunahme, extrapyramidale Symptome (EPS) und dämpfende Wirkung werden oftmals als die problematischsten Nebenwirkungen betrachtet und können die Wahl des Arzneimittels beeinflussen.

Darum ist es äußerst wichtig, mit dem Arzt über alle auftretenden Nebenwirkungen zu sprechen. Außerdem ist es wichtig, dass Patienten ihre medikamentöse Behandlung nicht abbrechen oder die Dosierung ändern, ohne vorab mit ihrem Arzt zu sprechen. Nebenwirkungen halten manchmal nur einige Wochen an, bis sich der Körper an das neue Arzneimittel gewöhnt hat. Es besteht eventuell auch die Möglichkeit, die Nebenwirkungen zu verringern, indem der Arzt beispielsweise ein zusätzliches Medikament verschreibt, das eine bestimmte Nebenwirkung aufhebt.

Können die Arzneimittel abgesetzt werden, wenn eine Besserung eintritt?

Schizophrenie ist eine chronische Erkrankung. Daher führt der Abbruch der medikamentösen Behandlung in vielen Fällen zu einem Rückfall. Ein Großteil der Patienten muss antipsychotische Arzneimittel sogar langfristig einnehmen, um sich dauerhaft besser zu fühlen. Ihr Arzt wird die Ihnen verschriebenen Medikamente in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Machen die Arzneimittel abhängig?

Patienten und ihre Angehörigen machen sich manchmal Sorgen, dass die in der Schizophrenie-Behandlung eingesetzten antipsychotischen Arzneimittel süchtig machen. Antipsychotische Arzneimittel machen die Personen, die diese einnehmen, jedoch weder süchtig noch „high“ (sie lösen keine Euphorie aus). Eine andere Fehlmeinung über antipsychotische Arzneimittel ist, dass diese eine Art Gedankenkontrolle ausüben oder als ‚chemische Zwangsjacke‘ fungieren. In der geeigneten Dosis wirken antipsychotische Arzneimittel nicht als „KO-Keule“ und berauben die Patienten nicht ihrer Fähigkeit, selbstständig zu denken.

Sollten Patienten die Arzneimittel absetzen, wenn diese nicht wirken?

Es ist äußerst wichtig, dass Patienten ihre medikamentöse Behandlung nicht abbrechen oder die Dosierung ändern, ohne vorab mit ihrem Arzt zu sprechen.

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